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markers = [
{
name: "der_alte_hafen",
title: "Der alte Hafen / Le vieux port",
text: "„Bei einer Biegung des Weges sah ich das Meer tief unten zwischen den Hügeln. Etwas später sah ich die Stadt selbst gegen das Wasser. Sie erschien mir so kahl und weiß wie eine Afrikanische Stadt. Ich wurde endlich ruhig. (...) Ich glaubte beinahe ich sei am Ziel.“<br><br>„Wie ich begriff, dass das, was blau leuchtete am Ende der Cannebière, bereits das Meer war, der Alte Hafen, da spürte ich endlich wieder nach so viel Unsinn und Elend das einzige wirkliche Glück, das jedem Menschen in jeder Sekunde zugänglich ist: das Glück zu leben.“ (S.44) ",
audio: "audio/1_Der_alte_Hafen.mp3",
img: "images/1_Der_alte_Hafen.png",
img_src:
"https://fr.wikipedia.org/wiki/Fichier:Bundesarchiv_Bild_101I-027-1474-35,_Marseille,_Hafenviertel.jpg",
lat: 5,
lng: 9.6,
},
{
name: "der_bahnhof_saint_charles",
title: "Bahnhof Saint-Charles / Gare Saint-Charles",
text: "„Ich sah von dem hochgelegenen Bahnhof hinab auf die nächtliche Stadt, die nur schwach erleuchtet war aus Furcht vor den Fliegern. Seit tausend Jahren war sie die letzte Bleibe für unsereins, die letzte Herberge des Erdteils. Ich sah von der Bahnhofshöhe hinunter ihr stilles Abgleitens in das Meer, den ersten Schimmer der afrikanischen Welt auf ihren weißen, dem Süden, zugerichteten Mauern. Ihr Herz aber, ohne Zweifel, schlug immer weiter im Takt Europas, und wenn es einmal aufhören würde zu schlagen, dann müssten alle über diese Welt verstreuten Flüchtlinge auch absterben, wie eine gewisse Art Bäume, an welche Orte sie auch verpflanzt werden, gleichzeitig abstirbt, da sie alle aus einer Aussaat stammen.“ (S.263)",
audio: "audio/2_Der_Bahnhof_St_Charles.mp3",
img: "images/2_Der_Bahnhof_St_Charles.png",
img_src:
"https://search.creativecommons.org/photos/91cf50fb-9fa8-4535-874a-3d5c50a8e0a4",
lat: 6.5,
lng: 8,
},
{
name: "das_amerikanische_konsulat",
title: "Das amerikanische Konsulat / Le consulat américain",
text: "„Der Türhüter der Kanzlei des Konsulats der Vereinigten Staaten stand, stark wie ein Boxer, hinter dem aktenbeladenen Tisch, der den Aufgang der Treppe versperrte. Er hätte mit einer kleinen Bewegung seines mächtigen Brustkorbs den ganzen dürren Schwarm Abfahrtsbesessener hinausschieben können, die an diesem Morgen ein eisiger Windstoß auf den Platz Saint-Ferréol trieb. Wie Kalk lag der Puder auf den von Kälte gesteiften Gesichtern der Frauen, die nicht bloß sich und die Kinder, sondern auch ihre Männer geputzt hatten, und Gnade bereits vor den Augen des Türhüters zur erlangen. Er drehte zuweilen mit seiner gewaltigen Hüfte den aktenbeladenen Tisch, so dass ein Spalt frei wurde, ein Nadelöhr, durch das ein bevorzugter Transitär nach oben steigen konnte.“",
audio: "audio/3_Das_amerikanische_Konsulat.mp3",
img: "images/3_Das_amerikanische_Konsulat.png",
img_src: "https://collections.ushmm.org/search/catalog/pa1137834",
lat: 6.2,
lng: 10.6,
},
{
name: "quai_des_belges",
title: "Quai des Belges (auch Quai de Belsunce)",
text: "„Ich ging hinunter, die Source wurde gerade geöffnet, ich war der erste Gast. Ich schluckte einen bitteren Kaffee, dann lief ich über die Belsunce. Die Netze waren zum Trocknen gelegt. Ein paar Frauen, die ganz verloren aussahen auf dem riesigen Platz, flickten an den Netzen. Das hatte ich noch nie gesehen, ich war noch nie so früh über den Belsunce gegangen. Ich hatte bestimmt das Wichtigste in der Stadt noch nie gesehen. Um das zu sehen, worauf es ankommt, muss man da bleiben wollen. Unmerklich verhüllten sich alle Städte für die, die sie nur zum durchziehen brauchen.“ (S.289)",
audio: "audio/4_Quai_des_Belges.mp3",
img: "images/4_Quai_des_Belges.png",
img_src: "https://www.geneanet.org/cartes-postales/view/13641#0",
lat: 5.4,
lng: 9.6,
},
{
name: "das_mexikanische_konsulat",
title: "Das mexikanische Konsulat / Le consulat mexicain",
text: "„Die Menschen drängten sich vor dem trüben Haus, in dem sich das mexikanische Konsulat verbarg. Das Wappen über der Tür war fast erloschen, unkenntlich war der Adler. Ich sah an dem hohen Portal hinauf zu dem großen Wappenschild. Zu meinem Erstaunen glänzte es frisch, der Staub war von ihm gefallen. Ich konnte jetzt sogar eine Schlange erkennen im Schnabel eines Adlers. (...) Da stand ich auch schon im Portal. Der Türhüter sprang auf mich zu, als hätte er mich erwartet (...). Die Bank stand gegenüber dem mexikanischen Konsulat. Ich erkannte das große ovale Wappenschild, den Adler auf den Kakteen, in der Dunkelheit nur, weil ich es kannte.“",
audio: "audio/5_Das_mexikanische_Konsulat.mp3",
img: "images/5_Das_mexikanische_Konsulat.png",
img_src:
"https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Marseille_-_Cours_Joseph_Thierry_(15823318024).jpg",
lat: 7.2,
lng: 8.5,
},
{
name: "place_saint_ferreol",
title: "Place Saint Ferréol",
text: "„Ich wartete auf Marie im Café Saint-Ferréol. Es war erst zehn Uhr morgens. Das Café war aber schon voll von Menschen, die auf die Präfektur wollten, dem Platz gegenüber oder auf das amerikanische Konsulat. Ich kannte viele dieser vorbeiziehenden Menschen, doch gab es auch neue Gesichter. Denn unaufhörlich strömte es weiter in den einzigen Hafen des Landes, auf dem noch französische Flaggen wehten. Die Menschen, die diesen Erdteil verlassen wollten, hätten jede Woche eine gigantische Flotte bemannen können. Es fuhr aber jede Woche nicht einmal ein kleines, armseliges Schifflein.“ (S.264)",
audio: "audio/6_Place_Saint_Ferreol.mp3",
img: "images/6_Place_Saint_Ferreol.png",
img_src:
"https://www.cparama.com/forum/cartes2015/1421959574-13-Marseille-Rue-St-Fe-rre-ol.jpg",
lat: 6.2,
lng: 10.4,
},
{
name: "bruleurs_des_loups",
title: "Bistrot Brûleurs des Loups",
text: "„Ich setzte mich in die Brûleurs des Loups. Die Leute um mich herum waren alle in furchtbarer Aufregung, nur weil um die Mittagszeit ein Hackenkreuzauto die Cannebière hinuntergesaust war. Wahrscheinlich nur eine der Kommissionen, die mit spanischen und italienischen Vichy-Agenten in einem der großen Hotels verhandelten. Die Menschen gebärdeten sich, als sei der Leibhaftige selbst die Cannebière hinuntergerasselt, als könnte er die verlorene Herde fangen in seinem Pferch aus Stacheldraht. Ich glaube, sie waren alle nahe daran, ins Meer hineinzulaufen, da ja zunächst keine Schiffe mehr führen.“ (S. 164)<br><br>„Ich trat danach in das nächste Café – was sollte ich auch sonst auch tun? Das Café hieß Brûleurs des Loups. … An meinem langen Tisch saß eine großfrisierte dicke Person. Sie fraß unzählige Austern. Sie fraß aus Kummer. Ihr Visum war ihr endgültig verweigert worden, deshalb verfraß sie ihr Reisegeld. Doch gab es kaum etwas anderes zu kaufen als Wein und Muscheln. – Der Nachmittag schritt vor. Die Konsulate wurden geschlossen. Jetzt überschwemmten die Transitäre, von Furcht gepeinigt, die Brûleurs des Loups … Ihr tolles Geschwätz erfüllte die Luft, das unsinnige Gemisch verwickelter Ratschläge und blanker Ratlosigkeit. Das dünne Licht der einzelnen Anlagestellen bestrich schon die dunkler werdende Fläche des Alten Hafens“. (S. 81)",
audio: "audio/7_Bruleurs_des_loups.mp3",
img: "images/7_Bruleurs_des_loups.png",
img_src:
"http://www.museedelaresistanceenligne.org/ici_meme/img/contenu/photo/image-15.jpg",
lat: 5.8,
lng: 9.3,
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{
name: "fort_saint_jean",
title: "Fort Saint-Jean",
text: "„Da inwendig ist es kalt, es stinkt, es trieft von Schmutz. Auf den Wänden waren Inschriften: >Ohne Rast und Ruh.< Das ist die Parole der Legion. Man führte uns jeden Morgen ans Meer. Es gibt dort hinter dem Fort eine kleine Bucht. In der Bucht liegen viele Steinklötze. Man ließ uns die Steinklötze aus der Bucht die steile Treppe hinaufwälzen, die in den Berg gehauen ist, und waren wir oben angekommen, dann ließ man uns die Steinklötze wieder ins Meer zurückwerfen. Das war die spezielle Ausbildung. Wir sollten dadurch an Gehorsam gewöhnt werden.“ (S.228)",
audio: "audio/8_Fort_Saint_Jean.mp3",
img: "images/8_Fort_Saint_Jean.png",
img_src: "https://www.cparama.com/forum/download/file.php?id=30726",
lat: 3.5,
lng: 9.5,
},
{
name: "das_hafenamt",
title: "Das Hafenamt / L'Office du port",
text: "„Ich trat aus dem Hafenamt heraus auf den äußersten Rand des Quais. Die großen Hangars versperrten die Sicht. Das Wasser zwischen den Pflöcken war seicht, der Anfang des unendlichen Meeres. Ein handbreites Stück Horizont lag zwischen dem Hangar und der mit Kranen besetzen Mole. Ein alter, ziemlich heruntergekommener Schiffer stand ein paar Meter von mir entfernt und starrte reglos hinaus. Ich fragte mich, ob seine Augen wohl schärfer als meine seien, weil sie etwas mir Unsichtbares anstarrten. Doch merkte ich bald, er sah auch nichts anderes als den Strich zwischen Mole und Hangar, wo Himmel und Erde sich berührten, den dünnen Strich, der unsereins viel mehr erregt als die wildeste Zackige Kurve der kühnsten Bergketten.“ (S.282)",
audio: "audio/9_Das_Hafenamt.mp3",
img: "images/9_Das_Hafenamt.png",
img_src:
"https://www.tourisme-marseille.com/wp-content/uploads/2015/09/immeubles-fernand-pouillon-marseille-2-700x473.jpg",
lat: 4,
lng: 5.8,
},
{
name: "hotel_splendide",
title: "Hotel Splendide",
text: "Ein paar Polizisten tummelten sich in in der Nähe der Drehtür des Hotels Splendide, und rechts und links waren auffällig ein paar Burschen flankiert, die Zigaretten lutschten. Ich sah leidlich aus, ich passierte. Die große Hotelhalle war warm. Vielmehr kam mir erst beim Eintritt zum Bewusstsein, wie kalt es seit Monaten draußen war. (…) In dieser großen, warmen Halle waren auch alle beisammen, gepflegt und gebügelt: Herren aus Vichy, Herren von der Deutschen Kommission, italienische Agenten, Leiter der Roten-Kreuz Kommission, Leiter der großen Amerikanischen ich weiß nicht was, Kommission, und in den Ecken des Spiegelsaales unter den Palmen standen unauffällig-auffällig, lutschend an den besten Zigarettenmarken der jeweiligen Länder, die bestbekleideten, bestbezahlten Spitzel der Welt“ (S.252)",
audio: "audio/10_Hotel_Splendide.mp3",
img: "images/10_Hotel_Splendide.png",
img_src:
"https://www.tourisme-marseille.com/wp-content/uploads/2016/05/hotel-splendide-grand-hotel-de-russie-et-d-angleterre-31-du-boulevard-d-athenes-13001-marseille-3-880x660.jpg",
lat: 6.5,
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{
name: "hotel_aumage_rue_du_relais",
title: "Hotel Aumage - Rue du Relais",
text: "„Von außen stand seine Fassade (des Hotels) schmal und schmutzig in der hässlichen Rue de Relais. Doch war das Hotel überraschend tief mit einer Unmenge von Zimmern. Sie lagen an schmalen Gängen, die auf das hohe Treppenhaus mündeten. Im Erdgeschoss auf dem Seitenflur stand ein kleiner Ofen mit einem bis in den zweiten Stock gewundenen Rohr, das etwas Wärme abgab. Verschiedene Gäste des Hotels Aumage saßen um den Ofen herum und trockneten Wäsche, ein großer Kübel stand auf der Ofenklappe (…). Die Leute sahen bei unserem Eintritt neugierig auf. Sie waren lauter durchfahrenes Volk – wer hätte auch ein solchen Ort auf die Dauer gewählt? Es war ein Haus, von dem man sich sagt: Man hält es aus, weil man abfährt.“ (S.189)",
audio: "audio/11_Hotel_Aumage_Rue_du_Relais.mp3",
img: "images/11_Hotel_Aumage_Rue_du_Relais.png",
img_src:
"https://www.tourisme-marseille.com/wp-content/uploads/2017/10/plaque-a-memoire-evacues-vieux-port-de-1943-rafle-de-marseille-2-10-848x566.jpg",
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